Er hat ein Herz für die Armen

22.01.2009 - Von Uwe Grünheid - 

Neu-Isenburg

 

Es sind oftmals kleine Anlässe, aus denen Großes entsteht. So erging es auch dem Neu-Isenburger Lungenfacharzt Frank Freytag. Als er mit seiner Frau Vali in Brasilien weilte, um den Schwiegereltern seine beiden Kinder Julie und Amado, drei und fünf Jahre alt, zu zeigen, wurde er zu einem asthmakranken Kind gerufen. Aus dieser spontanen medizinischen Hilfsaktion entstand ein kontinuierlich wachsendes Hilfsprojekt, das jetzt sogar über eine eigene Schule verfügt, die am 1. Januar eingeweiht wurde. 
Angesiedelt ist sie in der Kleinstadt Poço Branco mit rund 13 000 Einwohnern, etwa 70 Kilometer von der Zwei-Millionen-Stadt Natal an der Atlantikküste entfernt. Die Bevölkerung in dieser ländlichen Gegend setzt sich aus Nachfahren der Ureinwohner, ehemaligen Sklaven, aber auch der portugiesischen Kolonialherren zusammen, erläutert Freytag. Ein großer Teil der Bevölkerung, etwa 80 Prozent, lebt in Armut. 



 

Der erste, beinahe zufällige Einsatz des Mediziners führte dazu, dass er Reihenuntersuchungen an Kindern vornahm. Über die medizinische Basisversorgung hinaus widmete er sich dann auch der sozialen Förderung von Kindern und Jugendlichen. Daraus entstanden ist jetzt eine Capoeira-Schule, in der rund 70 Kinder betreut werden.

 

Allerdings will sich der Arzt keineswegs in das Bildungswesen Brasiliens einmischen. «Dafür gibt es staatliche Schulen, die von allen Kindern kostenlos besucht werden können.» Doch Kinder armer Familien, die den ganzen Tag arbeiten müssen, können dieses Angebot nicht wahrnehmen. Ähnlich sei es bei der medizinischen Versorgung, die wohl vorhanden, aber von den ärmeren Menschen nicht wahrgenommen wird. 


 

Ergriffen berichtet er von dem kleinen Reinaldo, der plötzlich nicht mehr laufen konnte. Da er stets barfuß unterwegs war, hatten sich die Larven von Tieren in seine Füße hineingefressen, und es kam zu einer Blutvergiftung ähnlichen Infektion. Der Junge sei sehr tapfer gewesen und habe trotz großer Schmerzen nicht geklagt. Nach der Behandlung mit Antibiotika kann er jetzt laufen und nimmt auch wieder am Capoeira-Training teil.

 



Etwa vier Mal im Jahr reist Freytag für ein bis zwei Wochen nach Brasilien. Das Projekt hat er bislang ausschließlich aus eigenen Mitteln finanziert. Dafür verzichtet er auf den Kauf eines neuen Autos. «Ich will kein teures Blech bewegen, sondern etwas für die Kinder in Brasilien erreichen.» 

Wer Dr. Frank Freytag und sein Projekt in Brasilien unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an ihn wenden: dr.freytag@telemed.de.

© 2009 Neu-Isenburger Neue Presse

 

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